Mit der Katze zum Tierarzt…geht das auch entspannt?

Mit der Katze zum Tierarzt…geht das auch entspannt?

Egal ob es nun zur jährlichen Impfung, zur Kontrolle nach der Kastration oder sogar ein Eilbesuch im Notfall ist – früher oder später muss sich jeder Katzenhalter der Herausforderung stellen, mit seiner Katze den Tierarzt zu besuchen.
Für viele Katzen und ihre Besitzer bedeutet das jedoch Stress pur und oftmals beginnt dieser bereits auf dem Hinweg.
Es gibt einige Dinge, die Sie als Besitzer tun können, um ihrer Katze die Fahrt zum Tierarzt so angenehm wie möglich zu gestalten, angefangen bei der Wahl der richtigen Transportbox. Doch wie soll man die “richtige” Transportbox bei dem schier unendlichen Angebot an Körben in allen möglichen Formen und Farben finden?
Wichtig ist zunächst einmal, dass der Transportkorb aus einem gut zu reinigendem Material besteht, denn trotz aller Bemühungen kann vor oder nach der Behandlung beim Tierarzt schon mal ein kleines Malheur passieren.
Außerdem wird sowohl ihr vierbeiniger Freund, wie auch ihr Tierarzt, es Ihnen danken, wenn sich der Transportkorb sowohl von oben, wie auch von mindestens einer Seite öffnen lässt. Nicht alle Katzen möchten in einer fremden Umgebung gleich auf Erkundungstour gehen und so können wir Menschen ihnen wesentlich leichter beim Aussteigen behilflich sein, was schlussendlich auch für die Katze der geringste Stress ist.
Eine weiche Unterlage, wie zum Beispiel eine Decke oder ein Handtuch, darf natürlich auch nicht fehlen. Diese sollte am Besten nach Zuhause riechen, besonders geeignet sind hierfür Unterlagen, auf denen ihre Katze schon des Öfteren geschlafen hat. Sowieso ist es Katzen im Gegensatz zu Hunden viel wichtiger, etwas Vertrautes während des Tierarztbesuches bei sich zu haben.
Mit Futter lassen sich Katzen im Gegensatz zu den meisten Hunden nicht bestechen, so verschmähen sie auch oft die Leckerlis, welche ihnen von ihren Besitzern mit den besten Absichten in die Transportbox gelegt werden. Doch so lieb wie diese Geste auch gemeint ist, so weit verfehlt sie oftmals ihre Wirkung. Der Plan vieler Besitzer, dass ihre Katze durch die Leckerlis in der Transportbox diese mit etwas Positivem verbindet, ist leider oftmals zum Scheitern verurteilt. Sinnvoller wäre es, um eben jenes Ziel zu erreichen – also dass sich die Katze in ihrem Korb wohl fühlt – diesen daheim zu einer Art “Höhle” umzufunktionieren und der Katze zu erlauben, jederzeit in die Transportbox zu gehen und diese beschnuppern zu können. Denn die Aversion vieler Katzen gegen ihren Transportkorb kommt oftmals daher, dass er für sie schlicht und ergreifend unbekannt ist. Und Katzen sind instinktiv allem Unbekannten gegenüber misstrauisch, deswegen empfiehlt es sich die Transportbox zu einem Teil ihres Alltags zu machen. Gegen ein oder zwei Stückchen Trockenfutter, die sich die Katze dort jeden Tag abholen kann, spricht auch nichts, allerdings sollte dies nicht in Zusammenhang mit einem Tierarztbesuch geschehen.
Ein weiterer Punkt, der vielen Katzenbesitzern Bauchschmerzen bereitet, ist die Wartezeit beim Tierarzt selbst. Natürlich ist sowohl das Praxisteam, wie auch der Tierbesitzer selbst durch das Vereinbaren von Terminen für planbare Eingriffe stets bemüht, die Wartezeit für den Vierbeiner so gering wie möglich zu halten, dennoch lassen sich ungeplante Besuche beim Tierarzt nie ganz vermeiden.
Außerdem ist die Wartezeit für ihre Katze schon oft allein dadurch stressfreier, wenn sie die Transportbox mit ihrer Katze nicht auf den Boden, sondern erhöht abstellen. Im Idealfall fühlt sich ihre Katze in ihrer Transportbox nämlich wie in einer Höhle – also sicher und fast wie daheim. Dazu kommt, dass auch unsere Hauskatzen – egal ob nun Stubentiger oder Freigänger – einige Eigenschaften ihrer wilden Verwandten nach wie vor fest in ihren Genen verankert haben. Hierbei werden viel jetzt vielleicht an den Jagdinstinkt denken, doch es geht hier keinesfalls darum, dass ihre Katze im Wartezimmer die Möglichkeit haben soll, die Farbmaus oder den Wellensittich ihres Sitznachbarn zu verspeisen. Es geht viel mehr darum, dass Katzen gerne den Überblick haben, sie wollen sehen, ohne dabei selbst gesehen zu werden. Es empfiehlt sich also, eine weitere Decke oder ein Handtuch, welches ebenfalls vertraut riechen sollte, über den Transportkorb zu legen und diesen mindestens auf Sitzhöhe abzustellen. Ihre Katze darf sich durchaus im Wartebereich umsehen, dennoch fühlt sie sich in ihrer abgedunkelten Transportbox oft wohler wie in einem Glaskasten.
Sollte die Abneigung gegen den Transportkorb wirklich nicht in den Griff zu bekommen sein, gibt es für kurze Autostrecken im Korb auch die Möglichkeit, der Katze über Pheromone (das sind Geruchsbotenstoffe, die Sie als Besitzer nicht riechen, die aber der Katze ein gewisses Wohlbehagen vermitteln) oder  über bestimmte Zusatzfuttermittel die Fahrt für die Katze entspannter zu machen, hierzu fragen Sie einfach Ihren Tierarzt.
Wichtig ist jedoch immer, dass man sich bemüht, selbst Ruhe auszustrahlen, denn Katzen merken oft sehr schnell wenn “ihr Dosenöffner” unruhig ist und lassen sich davon anstecken. Bleiben Sie also selbst ruhig und geben ihrer Katze das Gefühl, dass ein Besuch beim Tierarzt überhaupt nichts Schlimmes ist.